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Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im Mai 2006
Geschrieben am Montag, 22. Mai 2006 vonAdministrator



BMWA-News Der konjunkturelle Einstieg in das Jahr 2006 ist gelungen. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung hat sich nach der vorübergehenden Stagnation im vierten Quartal 2005 wieder beschleunigt. Die konjunkturelle Belebung gewinnt an Breite und erscheint gefestigt. Ersten vorläufigen Angaben zufolge [2] nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) kalender- und saisonbereinigt [3] im ersten Quartal 2006 real um 0,4 % zum Vorquartal zu. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal erhöhte es sich preisbereinigt um 2,9 % bzw. bei Berücksichtigung des Kalendereffekts um 1,4 %.

Neben dem Außenhandel haben vor allem die Privaten Konsumausgaben und die Ausrüstungsinvestitionen zur Belebung beigetragen. Insgesamt deutet sich eine Stärkung der binnenwirtschaftlichen Auftriebskräfte an. Die Aussichten für die weitere Entwicklung bleiben gut. Dies verdeutlicht nicht zuletzt die nach wie vor zuversichtliche Stimmung in der Wirtschaft, die durch die Mehrzahl der Konjunkturindikatoren untermauert wird. Die anhaltend günstigen außenwirtschaftlichen Rahmenbedingungen tragen hierzu maßgeblich bei.

Der Aufwärtstrend der Erzeugung im Produzierenden Gewerbe hat sich im ersten Quartal dieses Jahres fortgesetzt. Im März nahm die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe spürbar ab (kalender- und saisonbereinigt -2,4 %). Hierbei haben Sondereffekte mitgewirkt. Produktionsrückgänge waren in allen Wirtschaftsbereichen zu verzeichnen, vor allem jedoch im Bauhauptgewerbe und im Bereich der Energie. Aber auch die Industrieproduktion ging, nach Zuwächsen im Januar von 0,9 % und Februar von 0,7 % im März um 1,4 % zurück. Streikbedingte Produktionsausfälle im Bereich der Metall- und Elektroindustrie gegen Ende des Monats könnten die Produktion belastet haben. Gleichwohl blieb die Industrieproduktion in der Tendenz aufwärts gerichtet. Nach +1,5 % im Vorquartal erhöhte sie sich im ersten Quartal dieses Jahres saisonbereinigt im Verlauf um 0,8 %.

Wegen der Streiks im öffentlichen Dienst sind die Auftragseingänge in der Industrie aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen (NRW) weiterhin nicht bekannt. Um dennoch zumindest tendenzielle Aussagen machen zu können, hat das Statistische Bundesamt eine Modellrechnung mit Schätzungen für NRW durchgeführt. Danach erhöhte sich das Volumen der Auftragseingänge in der Industrie bundesweit im ersten Quartal 2006 zum Vorquartal um saisonbereinigt 1,0 %. Vom dritten auf das vierte Quartal 2005 waren die Auftragseingänge um 3,3 % gestiegen. Bei allen Unsicherheiten ist zu vermuten, dass sich die Auftragseingänge in der Industrie im ersten Quartal 2006 in der Tendenz weiter erhöht, im Monat März aber eher schwach entwickelt haben. Die Entwicklung des ifo-Geschäftsklimas oder des Reuters Einkaufsmanagerindex sprechen ebenfalls für eine Fortsetzung des Aufschwungs in der Industrie.

Die Erzeugung im Bauhauptgewerbe ist zuletzt mit saisonbereinigt -14,5 % im März eingebrochen. Das Bauhauptgewerbe hatte im ersten Quartal 2006 damit einen spürbar dämpfenden Einfluss auf die Produktionstätigkeit. Hierbei hat sich die überdurchschnittlich kalte Witterung in den ersten Monaten dieses Jahres ausgewirkt. Die witterungsbedingten Produktionsausfälle sollten aber nachgeholt werden. Zudem dürfte die Auftragslage im Bauhauptgewerbe trotz Rückgang im Februar nach wie vor gut sein. Auch die Stimmungsindikatoren zeichnen ein wieder freundlicheres Bild. Die Stabilisierungstendenzen im Baugewerbe sollten sich daher, trotz des Rückgangs der Bauproduktion im ersten Quartal, fortsetzen.

Die privaten Haushalte scheinen zu Jahresbeginn nach den ersten Angaben des Statistischen Bundesamtes wieder etwas mehr konsumiert zu haben. Dies steht im Einklang mit der Entwicklung des Geschäftsklimas im Einzelhandel, das sich trotz Abschwächung im April, in den vergangenen Monaten kräftig verbessert hat. Auch die Stimmung der Verbraucher hellt sich seit einigen Monaten etwas auf. Andererseits haben sich die - allerdings revisionsanfälligen - Einzelhandelsumsätze im ersten Quartal real nur um +0,5 % erhöht. Insgesamt dürfte eine nachhaltige Trendwende beim privaten Konsum weiterhin vor allem von der Entwicklung der Beschäftigungs- und Einkommensperspektiven abhängen.

Der Außenhandel dürfte Wachstumsmotor bleiben. Trotz Abschwächung der saisonbereinigten Ein- und Ausfuhren im März nimmt der Außenhandel im Trend weiter zu. Die Warenausfuhren haben sich in jeweiligen Preisen, saisonbereinigt im gesamten ersten Quartal 2006 gegenüber dem Vorquartal um 5,1 % erhöht. Das Exportwachstum wird weiterhin vor allem durch die Impulse der weltwirtschaftlichen Entwicklung gestützt. Der Wechselkurs des Euro zum US-Dollar ist seit Februar merklich gestiegen. Sollte sich diese Entwicklung als nachhaltig erweisen, dürfte sich dies allmählich dämpfend auf die Exporttätigkeit auswirken. Allerdings ist von Vorteil, dass ein Schwerpunkt der deutschen Exporttätigkeit im Euroraum liegt. Die Wareneinfuhren nahmen in jeweiligen Preisen saisonbereinigt im ersten Quartal noch stärker zu (+8,0 %) als die Warenausfuhren. Das nominale Importwachstum geht dabei zu einem guten Teil auf die gestiegene Energierechnung zurück. Die Importpreise stiegen im ersten Quartal um 1,3 % zum Vorquartal und um +6,3 % zum Vorjahr weiter kräftig an. Daneben wird der Import direkt durch den steigenden Auslandsabsatz induziert. Stimulierend dürfte sich aber auch die steigende inländische Endnachfrage ausgewirkt haben.

Am Arbeitsmarkt haben sich die schon in den vergangenen Monaten sichtbaren Besserungstendenzen fortgesetzt. Im April konnte er sowohl von konjunkturellen Impulsen als auch von Nachholeffekten der Frühjahrsbelebung profitieren. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen ist im April auf bundesweit 4,790 Millionen Personen gesunken. Die Arbeitslosenquote ging von 12,0 % auf 11,5 % zurück. Der Rückgang von März auf April war mit -187.000 Arbeitslosen stärker als saisonüblich. Saisonbereinigt nahm die Arbeitslosigkeit um -40.000 deutlich ab. Die Frühjahrsbelebung war im März infolge der außergewöhnlich kalten Witterungsbedingungen sehr schwach ausgefallen, so dass der Rückgang im April zu einem guten Teil Nachholeffekten zuzuschreiben ist.

Die Erwerbstätigkeit ist tendenziell noch weiter leicht rückläufig. Im März lag die Zahl der Erwerbstätigen nach dem Inlandskonzept bei 38,40 Millionen. Saisonbereinigt nahm die Zahl der Erwerbstätigen im Verlauf um 15.000 ab. Sie liegt aber nur noch um 38.000 niedriger als im Vorjahr. Bei der erneuten Revision der Erwerbstätigenrechnung kam es zu einer spürbaren Aufwärtskorrektur der Minijobs. Der Abbau der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung dürfte allmählich zum Stillstand kommen. Sie lag im Februar nach ersten vorläufigen Hochrechnungen der Bundesagentur für Arbeit (BA) um 152.000 Personen unter dem Niveau des Vorjahres. Im März 2005 hatte der Abstand noch 428.000 betragen. Saisonbereinigt entwickelt sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung seit dem Frühjahr 2005 in der Tendenz vergleichsweise stabil. Die Zahl der offenen Stellen hat sich im März wieder erhöht.

Die Preisentwicklung in Deutschland verläuft - sieht man von dem Preisauftrieb bei Mineralöl und anderen Rohstoffen ab - nach wie vor in ruhigen Bahnen. Es waren vor allem diese Sondereinflüsse, die sich auf den verschiedenen Stufen der Preisentwicklung in unterschiedlichem Umfang auswirkten. Auf der Verbraucherstufe stiegen die Preise von März auf April mit 0,4 % wieder etwas stärker an, nach +0,0 % im März. Im Vorjahresvergleich erhöhten sich die Verbraucherpreise zuletzt um 2,0 %. Die Kerninflationsrate (Verbraucherpreise ohne Energie und saisonabhängige Nahrungsmittel) lag bei +0,9 %.





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