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Die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland im März 2006
Geschrieben am Freitag, 17. März 2006 vonAdministrator



BMWA-News Die konjunkturelle Dynamik in Deutschland hat sich in den ersten Monaten dieses Jahres vor dem Hintergrund günstiger gesamtwirtschaftlicher Rahmenbedingungen und einer weiterhin robusten weltwirtschaftlichen Dynamik wieder beschleunigt, nachdem sie im vierten Quartal 2005 stagniert hatte.

Das Bruttoinlandsprodukt blieb im vierten Quartal 2005 gegenüber dem dritten Quartal preis-, saison- und kalenderbereinigt unverändert. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal ergab sich ein Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Leistung um 1,0 %. Kalenderbereinigt entsprach dies einem BIP-Anstieg von 1,6 %. Im Verlauf kamen positive Wachstumsimpulse vor allem von den Investitionen. Dabei erhöhten sich die Bauinvestitionen mit saisonbereinigt 1,2 % spürbar. Die Ausrüstungsinvestitionen nahmen geringfügig (+ 0,1 %) und die Investitionen in sonstige Anlagen um 0,5 % zu. Dagegen nahmen der private Konsum und der Staatskonsum spürbar ab (-0,6 % bzw. -1,6 %). Der insgesamt leicht positive Wachstumsbeitrag der inländischen Verwendung (+0,2 %-Punkte), der ausschließlich auf die starke Zunahme der Vorräte zurückzuführen war, wurde durch den leicht negativen Außenbeitrag kompensiert. Die in der Tendenz deutlich aufwärts gerichtete Entwicklung wichtiger aktueller Konjunkturindikatoren signalisiert, dass die deutsche Wirtschaft in den ersten Monaten des laufenden Jahres wieder Fahrt aufgenommen hat. Vorlaufende Indikatoren und die insgesamt anhaltend gute Stimmung der Wirtschaft sprechen dabei für eine Fortsetzung dieser Entwicklung in den kommenden Monaten.

So stieg die konjunkturell bedeutsame Industrieproduktion von Dezember auf Januar um 1,3 % an. In der Tendenz ist der deutliche Aufwärtstrend der Industrieproduktion weiter intakt. Im Dreimonatsvergleich erhöhte sie sich saisonbereinigt um 1,2 %. Der starke Anstieg des Ordervolumens um saisonbereinigt 3,6 % im Zeitraum November/Dezember/Januar gegenüber August/September/Oktober spricht dabei für eine Fortsetzung der lebhaften Produktionstätigkeit in der Industrie. Die anhaltende Dynamik der Nachfrage in der Industrie resultiert aus der unverändert lebhaften Bestelltätigkeit aus dem Ausland. Seit Mitte 2005 kommen die Impulse hier maßgeblich aus dem Euroraum. Die Inlandsnachfrage hatte sich demgegenüber zuletzt erstmals wieder leicht abgeschwächt. Für eine Fortsetzung der dynamischen Industriekonjunktur spricht die zuversichtliche Stimmung der Wirtschaft. Wichtige Stimmungsindikatoren wie das ifo-Geschäftsklima, die ZEW-Konjunkturerwartungen und der Reuters-Einkaufsmanagerindex haben sich seit Frühjahr 2005 insgesamt deutlich verbessert. Zwar zeigte sich bei den ZEW-Konjunkturerwartungen im März nach den kräftigen Anstiegen in den Monaten zuvor ein leichter Rückgang; der Indikator liegt aber nach wie vor deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.

Die Erzeugung im Bauhauptgewerbe ist von Dezember auf Januar erstmals saisonbereinigt wieder kräftig zurückgegangen (-7,3 %). Dies dürfte allerdings auch auf den ungewöhnlich starken Kälteeinbruch zurückzuführen sein, der die Bautätigkeit stark behindert hat. Vorlaufende Indikatoren wie die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe sind bei starken Schwankungen in den Einzelmonaten in der Tendenz weiter aufwärts gerichtet. Auch das Geschäftsklima hat sich im Bauhauptgewerbe weiter aufgehellt. Es bleibt abzuwarten, ob sich die sichtbaren Stabilisierungstendenzen der letzten Monate als nachhaltig erweisen.

Von der Entwicklung des privaten Konsums gingen im Verlauf des vergangenen Jahres insgesamt keine konjunkturstützenden Impulse aus. Die Privaten Konsumausgaben nahmen im vierten Quartal 2005 preis- und saisonbereinigt um 0,6 % ab und lieferten damit einen negativen Wachstumsbeitrag zum BIP. Wichtige aktuelle Konjunkturindikatoren deuten andererseits auf eine Erholung des privaten Konsums hin. So ist das Umsatzvolumen im Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen und Tankstellen) von Dezember auf Januar saisonbereinigt kräftig angestiegen (+1,8 %) und auch die Neuzulassungen von Personenkraftwagen haben sich im Januar im Vorjahresvergleich wieder deutlich erhöht. Das ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel hat sich im Februar kräftig aufgehellt und das Konsumklima (GfK) im März auf dem erreichten positiven Niveau stabilisiert. Andererseits könnten sich die aus der Verteuerung von Energie und Treibstoffen ausgehenden Belastungen noch spürbar konsumdämpfend auswirken. Wenngleich es aktuell eine Reihe von positiven Konsumsignalen gibt, dürfte es für Aussagen über die Nachhaltigkeit dieser Entwicklung derzeit noch zu früh sein.

Der deutsche Außenhandel entwickelt sich weiterhin ausgesprochen dynamisch. Nach der etwas moderateren Ausfuhrentwicklung im vierten Quartal 2005 haben sich die nominalen Warenausfuhren von Dezember auf Januar saisonbereinigt wieder kräftig erhöht (+3,3 %). Der entsprechende Vorjahresstand wurde zuletzt um 13,3 % überschritten. Angesichts der in der Tendenz weiterhin stark expansiven Auslandsaufträge in der Industrie sowie der auch im Februar mit +19,4 Salden-Punkten weiterhin deutlich über dem langjährigen Durchschnitt (+5,3 Salden-Punkte) liegenden ifo-Exporterwartungen im Verarbeitenden Gewerbe ist auch in den kommenden Monaten von einer anhaltenden Zunahme der Ausfuhren auszugehen. Auch die nominalen Wareneinfuhren nahmen im saisonbereinigten Verlauf im Januar im zweiten Monat in Folge deutlich zu (Januar +3,0 %, Dezember + 5,7 %). Im Vorjahresvergleich erhöhten sich die Einfuhren zuletzt mit +18,7 % außerordentlich kräftig. Zum Teil dürfte diese Entwicklung allerdings auf Preiseffekte zurückzuführen sein. Die Importpreise erhöhten sich von Dezember auf Januar um 0,9 % und im Vorjahresvergleich um 6,8 %. Der Überschuss in der Handelsbilanz hat sich im Januar mit 12,5 Milliarden Euro (Ursprungswert) gegenüber dem Vormonat erhöht. Er liegt aber unter dem entsprechenden Vorjahresergebnis.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird nach wie vor in erster Linie durch Sonderfaktoren beeinflusst. Zu den sich teilweise zeigenden Besserungstendenzen dürften aber auch konjunkturelle Impulse beigetragen haben. Die Zahl der Arbeitslosen hat sich von Januar auf Februar um 36 000 Personen und damit etwa im saisonüblichen Durchschnitt auf 5,048 Millionen erhöht. Im Vorjahresvergleich verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen zuletzt um 241 000 (Januar 2006: -75 000). Dieser starke Rückgang beruht vor allem auf einem Basiseffekt, der auf einen starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen in den ersten Monaten 2005 in Folge der Hartz IV-Regelungen zurückzuführen war. Die Arbeitslosenquote stieg im Februar leicht auf 12,2 % nach 12,1 % im Januar. Die Erwerbstätigkeit (Inlandskonzept) ist von Dezember auf Januar saisonbedingt um 742 000 auf 38,25 Millionen zurückgegangen. Im Vorjahresvergleich ergibt sich ein Rückgang um 110 000. Im saisonbereinigten Verlauf hat sich die Zahl der Erwerbstätigen etwas stärker verringert (-43 000) als in den Monaten zuvor (Oktober bis Dezember 2005 monatsdurchschnittlich -11 000). Die Entwicklung dürfte allerdings leicht überzeichnet sein, da sich hier die überdurchschnittlich kalte Witterung im Januar und das Vorziehen von Arbeitslosmeldungen älterer Arbeitnehmer in Folge der Verkürzung der Bezugszeit von ALG I ab Februar 2006 ausgewirkt haben dürften. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat sich nach ersten vorläufigen Zahlen im Dezember im Vorjahresvergleich um 110 000 auf 26,27 Millionen Personen verringert. Die negativen Vorjahresabstände haben dabei weiter spürbar abgenommen.

Die Preisentwicklung in Deutschland verläuft - sieht man von Sondereinflüssen wie dem Preisauftrieb beim Rohöl und anderen Rohstoffen ab - nach wie vor in ruhigen Bahnen. Es waren vor allem diese Sondereinflüsse, die sich auf den verschiedenen Stufen der Preisentwicklung in unterschiedlichem Umfang geltend gemacht haben. Auf der Verbraucherstufe erhöhte sich der Preisauftrieb von Januar auf Februar wieder spürbar (+0,4 %), nach zuvor rückläufiger Entwicklung (-0,5 %). Im Vorjahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise zuletzt um 2,1 %. Die Kerninflationsrate (Verbraucherpreise ohne Energie und saisonabhängige Nahrungsmittel) lag bei + 0,8 %.

[1] In diesem Bericht wurden statistische Daten verwendet, die bis zum 16. März 2006 vorlagen.





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