| Wen fragen? Das wird Ihnen sicher häufig am Anfang Ihrer Unternehmerlaufbahn durch den Kopf gehen. Gut ist es, wenn man für unterschiedliche Problemfelder definierte und möglichst schon bekannte Ansprechpartner hat. Um folgende sollten Sie sich vor Unternehmenseröffnung kümmern: - Steuerberater. Den benötigen Sie mindestens für den Jahresabschluss. Aber generell kann es nicht schaden, diesen Fachmann (oder die Fachfrau!) beim "Namen" zu nehmen. Viele sehen in ihm (oder ihr) nur den externen Buchhalter. Das ist aber falsch. Steuerliche Fragen sind auch über die Buchhaltung hinaus zu erwägen. Und je früher man das macht, umso besser ist das. Im Einzelfall kann
ein Steuerberater auch ein Gründungsberater sein, aber dass ist immer gut abzuwägen, da der Steuerberater normalerweise vom Fachwissen her nicht das ganze Potential dessen, was bei der Gründung zu beachten ist, abdeckt.
- Rechtsanwalt. Rechtsfragen sind vielfältig zu klären. Von der Rechtsform bis zum Vertrag ist einiges zu beachten, was rechtliche Auswirkungen haben kann. Spielen Patente eine Rolle, benötigen Sie einen Anwalt, der sich im Patentrecht auskennt.
Möglicherweise korrespondiert Ihr Anwalt mit einem Kollegen, der dafür Spezialist ist. Sie sollten das Thema auf jeden Fall ansprechen.
- Versicherungsmakler. Eine Spezies unter den Beratern, die man nicht vorbehaltlos empfehlen kann. Natürlich wollen Sie ihre Produkte verkaufen - dass ist ihnen nicht vorzuwerfen. Leider sind die meisten an ein Unternehmen gebunden und so sind Sie auf den Produktvergleich selbst angewiesen. Sprechen Sie mit mehreren und vergleichen Sie die
Angebote gut. Möglicherweise kennen Sie aber auch einen unabhängigen Makler (oder ein unabhängiges Maklerbüro), das nicht nur mit einer Gesellschaft verbunden ist sondern für Sie den Markt durchsucht. Dann haben Sie es einfacher. Lassen Sie sich aber auch in solche einem Fall immer Alternativen zeigen.
- Finanzbeamte/-beamtin: Ja, Sie haben richtig gelesen. Nehmen Sie Kontakt zu dem für Sie zuständigen Sachbearbeiter beim Finanzamt auf.
Sie werden feststellen, dass dort nicht der Feind sitzt, sondern kompetente Fachleute, die durchaus gewillt sind, Ihnen zu helfen. Auch wenn der Steuerberater die Hauptarbeit im Kontakt mit dieser Behörde für Sie erledigt, ist es immer gut, wenn Sie und die Finanzbeamten ein Bild jeweils von der anderen Seite haben.
- Arbeitsamt: Sie sollten auch die Ansprechpartner beim Arbeitsamt kennen. Sie wollen das Thema Pesonalbeschaffung sicher nicht ausschließlich am
Arbeitsamt vorbei bearbeiten erledigen. Dann sollten Sie die Sachbearbeiter dort kennen. Wenn Sie dort vermitteln, was für ein Unternehmen Sie haben (oder gründen) und welcher Personalbedarf besteht, dann werden die vermittelten Personen dichter am Bedarf liegen, als wenn dies nur Aufgrund einer Ausschreibung geschieht.
- Berater. Sie benötigen Berater? JEIN. Wenn Sie Fachmann sind, sich rundum mit dem Thema Unternehmensgründung beschäftigt haben und auf die bereits genannten Personen zugegangen sind, dann müssen Sie nicht unbedingt noch einen Berater hinzuziehen. Allerdings stecken Probleme oft im Detail und eine gewisse Blindheit bei der Bearbeitung eigener Probleme ist nie auszuschließen. Insofern kann die Einschaltung
eines Beraters durchaus sinnvoll sein. Klären Sie dies schon möglichst frühzeitig. Sprechen Sie mit der für Sie zuständigen Kammer und nehmen Sie nicht den ersten Besten. Führen Sie kurze Gespräche mit potentiellen Beraterkandidaten und lassen Sie sich nicht durch großspuriges Gerede beeindrucken. Sie müssen verstehen, was der Berater Ihnen erzählt, sonst können Sie es auch gleich lassen. Wenn Sie die Beratersuche so angehen, ziehen Sie auch viel Nutzen aus der
Arbeit eines Beraters. Er kann Ihnen helfen, den Blick auf Details zu lenken, die Sie sonst leicht übersehen hätten und Schritte zu gehen, die Sie nicht (oder nur undeutlich) im Bewusstsein haben.
Noch ein paar Tipps zur Beraterwahl: - Will der Berater schon Geld für das erste (Aquisitions-)Gespräch, so sagen Sie "Danke" und wenden Sie sich dem nächsten zu. Beraterhonorare sollten erst dann gezahlt werden, wenn konkrete Beraterleistung erbracht wird.
- Lassen Sie sich möglichst auch keinen Berater von Ihrer Bank aufschwatzen. Eine unabhängige Beratung bei Problemen mit dem Bankinstitut ist dann nicht mehr möglich.
- Verspricht der Berater "Geld zurück vom Staat", so prüfen Sie dieses Angebot ganz besonders gut. Natürlich gibt es Fördermittel für Existenzgründungsberatungen, aber auch dazu ist eine bestimmte Form einzuhalten und nicht jeder Berater kann solche Mittel requirieren. Außerdem
liegt das Risiko bei Ihnen. Der Berater kann Ihnen die Zuschüsse nicht versprechen. Den Antrag bei den zuständigen Leitstellen stellen Sie.
Wen Sie sonst noch kennen sollten? Wer möglichst ständig (wenn nicht gar täglich) Ihre Gesprächspartner sind? Natürlich Ihre Kunden. Vergessen Sie das nicht. |